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Liebe Knight Lake Ranch Freunde                                     letztes update: 19.09.2015
Während des Sommers findet Ihr hier regelmässig aktuelle Berichte, was auf der Knight Lake Ranch gerade so alles läuft. Während dem Winter ist es eher ruhiger, da sich dann ja unsere Ranch - wie auch die Bären - in ihrer Winterruhe befindet.

Viel Vergnügen beim Durchstöbern der Neuigkeiten - oder im Neuigkeiten-Archiv ganz unten auf dieser Seite.

Wir bieten auch einen Newsletter an, um auf News updates aufmerksam zu machen. Der Newsletter kann unter folgender Adresse abonniert oder widerrufen werden: klrwalter@bluewin.ch

 

9. Bericht von der Knight Lake Ranch, 18.09.2015

Hallo liebe Freunde der Knight Lake Ranch.

Justin Biiiiiber back on the ranch !

Es gäbe viel vom Leben hier auf der Knight Lake Ranch zu erzählen und zu berichten, auch weil seit dem letzten Bericht bereits wieder einige Wochen verstrichen sind. Ich werde mich aber diesmal kürzer fassen und nur die Highlights erwähnen, auch weil mich aus der Schweiz folgende Mitteilung der schweizerischen Koordinationsstelle für Medien, Texte und Presse erreicht hat:
"Wir teilen dem Verfasser der Berichte mit dem Kürzel 'AF' mit, dass seine bisherigen Berichte viel zu lang sind und daher von der Leserschaft nicht beachtet werden. Wir bitten daher 'AF', sich im nächsten Bericht kurz zu fassen und sich auf das Wesentliche zu beschränken !"

Wohlan, ich nehm's mir zu Herzen und beginne mit den tierischen Sternstunden.

Schon im Juni berichteten die jungen Teammitglieder, dass sie abends im Knight Lake einen Biber gesichtet haben. Die Älteren schmunzelten bei der Nachricht und dachten sich: "Da hat die Bisamratte den Grünschnäbeln einen Streich gespielt."

Nachdem aber auch nicht mehr ganz junge Gäste den Biber sahen und sogar fotografieren konnten, steht fest: Die Jungen hatten Recht, der Biber ist am Knight Lake wieder heimisch geworden, quer über dem See neben den Nachbarn Burns baut eine fünfköpfige Biberfamilie eine schöne Burg.

Bei der Namensgebung zeigte sich ein Teammitglied kreativ, werden die Biber nun durchnummeriert und mit "Justin-1" bis "Justin-5" bezeichnet.

Seit 11 Jahren besucht eine Hirschkuh die Ranch und weil ihr rechtes Ohr einen Schlitz aufweist, wird sie "Schlitzohr" gerufen. Im Frühling erschien sie uns arg abgemagert, nach einer Abwesenheit von mehreren Wochen besuchte sie die Ranch im August täglich zum Grasen rund um die Gebäude, bald begleiteten sie zwei getupfte Kälber. Wir haben grosse Freude, dass "Schlitzohr" Mutter geworden ist und uns ihre Zwillinge präsentiert. Die Hirschfamilie erfreut unsere Gäste wie auch uns täglich. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass Mutter "Schlitzohr" ihren beiden Kindern bereits gezeigt hat, wie man trotz Schutzgitter an die feinen Blätter der jungen Apfelbäume gelangt.

An einem Abend hielten sich 9 Canada Gänse auf der Heuwiese unterhalb des Marmot-Cabins auf. Dort werden sie von uns geduldet, da ihr Kot auf dieser Wiese nicht stört und nicht eingesammelt werden muss. Besonders war, dass hinter den Gänsen 6 Sandkraniche stolzierten, gleichzeitig flogen 4 Kraniche weg. Nach Monica wurden noch nie so viele Kraniche aufs Mal gesichtet.

Seit die Kojoten sich wieder vermehrt zeigen, fehlen die Gänse und leider auch die Kraniche.

Immer wieder wurde ein marderähnliches Tier gesehen, welches als Mink (Nerz) identifiziert wurde. Gäste sahen einen Dachs über eine unserer Wiesen trotten, andere Gäste entdeckten beim Wegfahren eine Schwarzbärin mit ihren beiden Jungen auf einem Baum, und zu unserer grossen Freude zeigte sich jetzt im September an zwei Tagen erneut die Elchkuh mit ihrem Jungen unten in der Sumpfwiese.

Die beiden Pferde "Libra" und "Beauy", welche als Sommergäste unsere Wiesen abfressen dürfen, werden seit einer Woche in den Bereich rund um die Gebäude gelassen, da sie dort noch grünes Gras finden. Sie ärgern uns gehörig, beschädigen sie doch Zäune, die Fliederbüsche, die Gitter um die Apfelbäume und vor allem machen sie sich hinter Monica's schöne Blumentöpfe her, zwei wurden auf die Terrasse gerettet, die restlichen überlassen wir den Fressmonstern.

Aber auch das Wetter sorgte für Spannung und für Abwechslung. Nach den heissen Monaten Juni und Juli ohne Niederschlag folgte im August eine Abkühlung von 15° bis 20°C. Endlich regnete es an zwei Tagen für mehrere Stunden. Jetzt im September erleben wir den ersten Frost, zwischendurch beschenkt uns der erste Herbstmonat mit klarer Luft, wunderschönen Farben, Morgennebel und Nordlichtern.

Am Samstag 29. August wütete ein Sturm in der Region um Vancouver und legte in gewissen Ortschaften den Strom für bis zu drei Tagen lahm. Die Windböen erreichten auch das Cariboo und die Knight Lake Ranch und wir hatten am Samstagabend einen Stromausfall von 7 Stunden zu überstehen, was mit einem feinen Pizza-Essen bei Kerzenlicht bestens gelang.

Da der Wind aber nicht nachliess, wurden einige Fahrzeuge in die Scheune oder in den Unterstand gestellt, andere Fahrzeuge, welche keinen Platz fanden, wurden zur Sicherheit weit von allen Bäumen in die grosse Heuwiese parkiert.

Am folgenden Sonntagmorgen fällte ein Gast, welcher von Beruf Forstwart ist, drei grosse, kranke und morsche Pappeln, welche in der Nähe der Gebäude standen, gekonnt und in kurzer Zeit. Alle Teammitglieder und viele Gäste halfen beim Verräumen der Äste, so war in kurzer Zeit die grösste Arbeit erledigt und wir sind sehr froh, dass die Gefahr eines Baumsturzes auf ein Gebäude gebannt wurde.

Mehrere Gäste, welche die Ranch danach besuchten, ergriffen die Motorsäge, da sie damit umgehen können, und zersägten und verräumten die daliegenden Baumstämme. Der Brennholzvorrat für die nächsten 35 Jahre ist somit mehr als gesichert.

Mit Gästen wurden Wanderungen in der nahen und weiteren Umgebung und auf den Windy Mountain unternommen, andere Gäste wurden auf Ausflüge begleitet, so wurden die Lachse im Wells Gray Park besucht, der Markt und das Rodeo in Barriere, die Kupfermine TECK südlich von Kamloops, die historic town von Barkerville, der Green Lake wurde umrundet, ein paar wagten sich auf eine Bike-Tour und kehrten zufrieden, aber mit schmerzendem Gesäss zurück, - und es wurden mehrere Ausritte auf den Pferden der Crystal Water Ranch genossen.

Wir dürfen und durften lauter liebe und besonders spannende Gäste geniessen, viele helfen in irgendeiner Form mit, manche spielen begeistert beim abendlichen Brändi-Dog-Turnier mit und gewinnen sogar als Newcomer (oder haben die gar zuhause geübt ... ?!) das Turnier, einige stiessen zufällig beim Suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf die Knight Lake Ranch, diesen Sommer besuchten bisher fünf Honeymoon-Pärchen den schönen Ort, was diesbezüglich Rekord bedeutet.

Ein besonderer Dank geht an unseren Gast und Aktionär Heinzpeter Wiederkehr, der während seines Aufenthaltes vieles repariert oder neu geschaffen hat, so u.a. neue Pizzaschaufeln, Bänke im Ruderboot, Gartenabdeckung und Paddel - vielen und herzlichen Dank !

Zum Schluss muss Angela erwähnt werden, welche seit der Abreise von Amanda und Severin (27.8.) als einziges jüngeres Teammitglied auf der Ranch zurückblieb, diese besondere Situation aber gekonnt und spektakulär meistert. Nicht nur, dass sie Monica tatkräftig in der Küche beim Kochen von tollen Menüs unterstützt, Brote und Zopf bäckt, Desserts erfindet, als Pizzaiola auftritt, putzt, Holz hackt und vieles mehr, sie neckt uns Ältere immer wieder mit Spässen und Schabernack und sorgt mit Knallfröschen (welche plötzlich und unerwartet hinter einer Ecke explodieren) dafür, dass es sicher nicht langweilig wird und wir nicht einschlafen.

Bereits zweimal hat sie an Abenden eine Pyjama-Party organisiert, was für mich ungewohnt, aber lustig war, die Party beschränkte sich dann aber auf grillieren im Pyjama und Film schauen im Pyjama.

Angela war mit dem Verlauf der Party zufrieden, es blieb bei ihr aber eine kleine Enttäuschung zurück, denn der von ihr sehnlichst herbeigewünschte Justin Bieber blieb der Party fern.

Natürlich gebührt den beiden Teammitgliedern Amanda und Severin, welche in der Schweiz bereits ihr Studium aufgenommen haben, auch ein riesiger, spezieller und herzlicher Dank.

Amanda hat überall tatkräftig angepackt, sie hat viel gereinigt, hat in der Küche mitgeholfen, Brote gebacken, Wege gejätet, die beiden Pferde betreut und verwöhnt und sie hat ihr grosses Talent, Gäste und Teammitglieder für Spiele, Brändi Dog Turniere, Badespass und Ranch-Olympiaden zu animieren, voll ausgelebt - vielen und grossen und herzlichen Dank dafür !

Severin hat jeden Tag wunderbare Menüs und gesunde und feinen Desserts auf den Tisch gezaubert, er hat tagelang den Rasen gemäht, Holz gespalten, Zäune geflickt, Bilderrahmen gebastelt und die Sauna renoviert - vielen und grossen und herzlichen Dank dafür !

Monica hat vor ein paar Tagen die Phase der Abschlussarbeiten eingeleitet, die beiden Frauen Monica und Angela haben schon viele Reinigungsarbeiten erledigt, jede sonnige Stunde wird genützt fürs Waschen und Trocknen von Tonnen von Wäsche, jeden Tag können weitere Arbeiten von der Liste gestrichen werden, denn am Donnerstag in einer Woche, am 24.9., verlassen wir die Knight Lake Ranch für dieses Jahr endgültig.

Fast am Ende der diesjährigen Saison, am Ende eines heissen und trockenen Sommers und eines reichen Herbstes senden wir von hier von der Knight Lake Ranch liebe Grüsse in Richtung Schweiz.

best wishes and kind regards

Andi Felzmann

und das Team Knight Lake Ranch Sommer 2015

 

oben: Biberbau direkt im / unter dem Busch, Biber

unten: "Schlitzohr", Walter's Lieblings-Hirschdame mit ihren Zwillings-Bambis beim Team Cabin (Chicken Barn) und überwinden des Holzlattenzauns auf mehr oder minder elegante oder noch etwas unbeholfene Art...

 

 

8. Bericht von der Knight Lake Ranch, 25.08.2015

Hallo liebe Freunde der Knight Lake Ranch.

Seit einigen Wochen sehen wir das Schlitzohr und  Mr. Loon eher selten. Wir warten deshalb schon lange auf einen neuen Bericht für die Website, doch die beiden melden sich in letzter Zeit nicht mehr. Deshalb habe ich (Severin) beschlossen, den nächsten Bericht selber zu schreiben.

Ich hoffe jedoch, ich vergesse keine wichtigen Storys, denn ehrlich gesagt weiss ich nicht genau was in den letzten paar Tagen auf der Ranch passiert ist. Der Grund dafür ist, dass  ich für vier Tage auf einem Kanutrip auf dem Clearwater Lake und dem Azure Lake war, zusammen mit einem ehemaligen Schulkollegen, welcher ein paar Tage auf der Ranch verbrachte. Doch ich bin sicher, dass ich trotzdem einige News erzählen kann.

Doch beginnen wir am Anfang. Am 1. August war die Ranch wie jedes Jahr in einem typischen „Swisslook“ gestylt. Die grosse Schweizerfahne wurde am Morgen aufgehängt und überall konnte man rot-weisse Accessoires entdecken. Am Abend gab es dann, ganz typisch schweizerisch, Aelplermacronen mit warmen Apfelschnitzen und zum Dessert einen Zimtkuchen mit der Aufschrift „Happy Birthday Switzerland“. Um dieses Menü zu verdauen und zur Unterhaltung unserer Gäste, wurde nach dem Essen eine Knight Lake Olympiade durchgeführt mit verschiedenen Disziplinen wie Sackhüpfen, Dart oder Wassertragen.

Am gleichen Abend hatten Amanda, Angela und ich die Idee, eine Nacht auf dem Pickup zu schlafen. Also packten wir einen Schlafsack ein und fuhren ans gegenüberliegende Seeufer auf die vom Nachbarn Mike frisch gemähte Wiese. Am nächsten Morgen sahen wir alle ein bisschen müde aus. Nach einem Bad im Knight Lake fühlten wir uns jedoch wieder fit genug, um ans Interlakes Rodeo zu gehen. Wir verbrachten den ganzen Tag am  Rodeo, zusammen mit einigen Gästen.

Am dritten August gab es eine kleine Sensation auf der Ranch. Die beiden Gäste Oliver und Jannik fingen den grössten Fisch, der je aus dem Knight Lake gezogen wurde. Stolz präsentierten sie ihn den anderen Gästen und dem Team. Nachdem er ausgenommen und filetiert war, wurde der Fisch gebraten und es gab ein herrliches Festessen (ok, es reichte wenigstens für ein Amuse Bouche für die beiden).

Nach diesen spannenden und abwechslungsreichen Tagen ging ich auf den oben bereits erwähnten Kautrip. Andi Felzmann brachte mich und Fabian mit unserer gesamten Ausrüstung nach Clearwater. Dort übernachteten wir auf dem Campground und am nächsten Tag fuhren wir mit dem Watertaxi an den obersten Strand des Azure Lakes. Von diesem Strand aus paddelten wir die gesamte Strecke über die beiden Seen zurück bis zum Ausgangspunkt. Unser Abenteuer dauerte vier Tage und es gefiel uns super. Das Wetter war strahlend schön und das paddeln war dank des geringen Windes sehr angenehm.

Am Abend als ich wieder auf die Ranch kam, gab es als Dessert eine Crème brulée. Alle behaupteten, die Crème wäre aus dem Päckchen, da ich als stolzer Koch natürlich nie eine solche zubereiten würde. Doch bereits nach dem ersten Löffel merkte ich, dass diese Crème ganz bestimmt kein Fertigprodukt sein konnte, sondern von einem echten Könner zubereitet wurde. Nach einer 10 minütigen Diskussion, in der das gesamte Team behauptete, es handle sich ganz sicher um eine Päckchencrème, wurde das Geheimnis schliesslich gelüftet. Ein Gast, welcher mehrere Jahre als Spitzenkoch arbeitete, bereitete die Crème zu! Das Team war ein wenig enttäuscht, da sie mich trotz der sorgfältigen Planung nicht täuschen konnte und ich die Lüge mit der Päckchencrème sofort bemerkte.

Das Wasser im See ist in den letzten Tagen etwas abgekühlt. Einige tapferen Schwimmerinnen und Schwimmer zwingen sich zwar noch ins Wasser, doch angenehme Badetemperaturen wären anders, und das obwohl es seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet hat. Die Wiesen sind sehr trocken und der Wasserstand vom Knight Lake ist sehr tief. Dies fiel auch unserem Stammgast Heinzpeter auf,  welcher letzte Woche auf der Ranch ankam. Er wurde von Andy Felzmann, Amanda und mir mit einem Empfang erwartet, der eines Sheriffs würdig ist. Das Auto musste nämlich bei der Einfahrt auf die Ranch anhalten, da ein Baumstamm den Weg versperrte. Als der Sheriff schon aussteigen wollte um sich die Sache genauer anzusehen, stürmten zwei Banditen und ein wütender Indianerhäuptling aus dem Gebüsch und umzingelten das Auto.  Nachdem sie ihre Forderungen gestellt hatten, liessen sie den Sheriff Heipi passieren.

Zum Schluss berichte ich euch noch von zwei Überraschungen, welche sich letzte Woche hier abspielten. Eine gute und eine weniger gute.

Zuerst die gute Überraschung: Vor einigen Tage hatten wir zwei unangemeldete Gäste, welche unsere Ranch per Zufall entdeckten. Zwei Kanadier aus Montréal,  die mit dem Motorrad quer durch Kanada unterwegs sind, übernachteten für zwei Nächte in einem Cabin und sie bestätigten uns einmal mehr, dass auch Kanadier von unserer Ranch begeistert sind.

Und nun kommen wir zur weniger guten Überraschung: Ebenfalls letzte Woche kam plötzlich eine Kuhherde dahergelaufen und graste rund um die Ranch! Jedoch trieben wir die Herde schnell zurück und tags darauf reparierte ich den niedergetrampelten Zaun. Seither haben wir (vorläufig) Ruhe vor den Rindern unserer Nachbarn.

So, jetzt muss ich zurück in die Küche, um das Abendessen für heute vorzubereiten!

Liebe Grüsse aus B.C. vom Knight Lake Ranch Team Monica, Andi, Amanda, Angela und Severin.

 

 

 

7. Bericht von der Knight Lake Ranch, 30.07.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier einmal Neuigkeiten von unserem Monsieur Loon vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch:

Liebe Freunde der Knight Lake Ranch

Es freut mich sehr, dass Sie sich auch diese Woche die Zeit nehmen, um unser Leben auf der Ranch zu verfolgen. Mein Name ist Monsieur Loon und wie auch das Schlitzohr, welches den letzten Bericht verfasste, kehren auch meine Frau und ich jedes Jahr für die Sommermonate zurück auf die Knight Lake Ranch. Ach, wie schön waren doch die ersten Tage, wenn nicht Wochen, als wir jeden Tag die Stille auf unserem See geniessen konnten. Doch damit ist’s schon lange vorbei! Stundenlang wird mit dem Rapid gemäht, schon vor dem Morgenessen wird der See mit Vanessa, dem Ruderboot, unsicher gemacht und beinahe jeden Nachmittag geniessen die Ranchbewohner eine Abkühlung im nicht mehr ganz so warmen See. Nicht einmal nachts bleiben wir für uns; die Saunagänger sind kaum zu überhören wenn sie kurzerhand vom Steg ins kühle Nass springen.

Doch fertig mit der ganzen Klagerei, schliesslich sind endlich viele Gäste eingetroffen, die zusammen mit dem Team bestes Unterhaltungsprogramm bieten. Bei herrlichen Temperaturen wurde an den Nachmittagen geheut, bis die Schweisstropfen auf der Stirn sogar vom See aus zu erkennen waren. Das Floss wurde in einer geheimen Mission von unseren unerwünschten Gästen, den Möwen, befreit, so dass wir vorübergehend wieder auf den Spass verzichten müssen, den Team-Frauen beim Flossputzen zuzusehen. Allerdings sind sie nun den Kampf gegen die Pappeln angetreten, wobei sie in ähnlich kurioser Haltung anzutreffen sind. Gerade erst eben durften wir Bekanntschaft mit den zwei Ranchpferden Libra und Beauy machen, die während eines von Gästen geführten Spaziergangs einen Abstecher machten, um sich vorzustellen.

Gegen Abend wird es jeweils bedeutend ruhiger. Bereits nach wenigen Tagen bemerkt man den Abgang von Chief Andy, der nun für drei Wochen in die Wildnis geflohen ist. Beim Abendessen herrscht nun hie und da eine Schweigeminute, woraus sich nur schliessen lässt, dass sich Sevi in der Küche immer wieder selbst übertrifft. Wir warten schon lange auf den Tag, an dem der erste Gast oder das erste Team-Mitglied über den Steg in den See rollt!

Lange waren wir verwirrt ab dem komischen Geschehen nach Ende des Nachtessens. Da wurde geflucht, die Hände verworfen, schelmisch gegrinst und hinterhältig gelacht. Von unseren Freunden, den Kolibris (besser bekannt als die Ranch-Raubtiere) haben wir schliesslich erfahren, dass dies das Jahr des Brändi-Dogs sei, eines abgeänderten Eile-mit-Weile, welches aber in Zweierteams und mit Jasskarten gespielt wird. Uns sagt der Name dieses anscheinend überaus emotionalen Spieles zwar nicht viel, vielleicht aber Ihnen. Fast jeder Gast wird von unserem Team herausgefordert und so mancher Gast wurde schon mit dem Brändi-Dog-Fieber infiziert.

An manchen Abenden geht es ruhiger zu und her: Nicht selten wird eine Runde um den wunderschönen Dogskin Lake zum Verdauungsspaziergang. Doch der schöne Schein trügt! Vor lauter Staunen über die Sonnenunter- und Mondaufgänge ergeben sich einige Gäste kampflos den Moskitos, die sich nochmals ordentlich den Bauch vollschlagen, bevor sie (hoffentlich) von einer Armee der Fledermäuse gefressen werden. Seit geringer Zeit wird ausserdem gemunkelt, dass der See von einem gewaltigen Seeungeheuer bewohnt wird, dies nachdem mutige Kanufahrer rätselhafte Schleimspuren auf der Wasseroberfläche gesichtet haben. So berichteten uns auch unsere Verwandten, die auf dem Dogskin Lake zuhause sind, von komischen Gerüchen und seltsamen Strudeln. Bislang haben noch alle mutigen Schwimmer und Kanufahrer ihre Expeditionen heil überstanden, aber wer weiss, ob sich unser Nessie bald zeigen wird. Wir sind gespannt und halten Sie auf dem Laufenden!

Mit herzlichen Grüssen aus Kanada

Monsieur Loon

P.S. Der nächste Bericht wird erst in knapp 4 Wochen, da zwischenzeitlich nebst Andy auch Walter auf dem Jubiläums-Reittrecking in den Rocky Mountains unterwegs sein wird.

 

6. Bericht von der Knight Lake Ranch, 24.07.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier einmal Neuigkeiten von unserem Schlitzohr vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch:

Liebe Knight Lake Freunde,

Monica hat mir den Auftrag erteilt, über die Knight Lake Ranch zu schreiben. Ich bin das Schlitzohr von der Ranch und bestimmt schon über zehn Jahre hier heimisch. Das Team und die Gäste freuen sich immer, wenn sie mich sehen und ich bin sehr fotogen. Manchmal kommen mir aber die Leute zu nahe und ich schleiche mich davon. Auch schon rannte ich panikartig weg, weil mich jemand erschreckt hatte, da ich ab und zu in der Scheune Schatten suche und ein Nickerchen mache. Alle kennen mich, weil ich einen Schlitz in meinem rechten Ohr habe. Dieses Jahr bin ich etwas mager und man sieht meine Rippen, doch ich fresse so gute Kräuter rund um die Ranch, dass ich für den Winter gestärkt bin.

Letzte Woche war es recht lärmig hier, es wurde viel gemäht. Sevi der Koch kann nicht nur gut kochen, er geniesst es auch, mit dem Rasenmäher den schönsten englischen Rasen zu pflegen. Mir als Schlitzohr ist das zwar egal, aber die Leute finden, es sehe gepflegt aus. Andy und ein Gast haben stundenlang Holz gespalten und versorgt. Hoffentlich hält die Scheiterbeige. Überhaupt sah ich Andy Diethelm dieses Jahr bis jetzt jeden Tag; er ist nicht unterwegs mit der Gruppe und geniesst es, auf der Ranch zu werken. Er hat die wunderschönen, langsam aber zu viel werdenden Hawkweed abgehauen und gedüngt. Die Blumen haben nur gerne Magerwiesen und ich fresse sie auch nicht.

Die Frauen sehe ich etwas weniger, aber ins Haus hinein darf und will ich auch gar nicht. Aber es riecht immer so gut nach Putzmittel und die Wäsche flattert an der längsten Leine von Westcanada. Heute haben sie glaube ich auch noch Brot gebacken, auf alle Fälle würde ich sofort etwas davon probieren, wenn ich könnte.

Die grösste Freude erlebte ich aber mit den neu gepflanzten Apfelbäumen. Andi Felzmann hat stundenlang die halbe Ranch umgegraben, damit sie auch sicher genug Platz haben. Unterstützung erhielt er von Martin Lendi, dem Mann, der alles kann. Leider haben die Baumpflanzer ein grosses Drahtgehege um die Bäumchen gemacht, ich hätte nur allzu gerne an den Blättern genascht. Ich werde es sicher einmal ausprobieren, im Herbst sind ja alle weg. Ob es jemals Äpfel gibt?

Vor einigen Tagen fuhren zwei Motorhomes mit fünf Girls und ihren Eltern ein. Da wurde es mir fast zu viel, warum müssen Mädchen immer so kreischen…..! Sie haben alle Boote auf dem See ausprobiert und sind erst aus dem Wasser gekommen, als sie fast schon Frostbeulen hatten. Am Abend beobachtete ich einen Fussballmatch hinter der Scheune. FC Berg gegen FC Tal. Es verging einige Zeit bis endlich gestartet wurde. Tal hat gewonnen, weil sie Ronaldo hatten. Wenn es nach dem Goalie gegangen wäre, hätten sie verloren, er sorgte mehr für Unterhaltung beim zahlenden Publikum. Berg hat auch sehr gut gespielt, vor allem das jüngste Mädchen beeindruckte mich sehr.

Nun reicht es mir, ich ziehe für heute weiter. Vielleicht lege ich mich noch unter eine Tanne bei den Cabins. Heute kommen auch noch neue Gäste an und oft begrüsse ich sie beim Eingangsgate. Es nimmt mich schon Wunder, wer hier so vorfährt. Wer den nächsten Bericht schreibt, weiss ich noch nicht, aber lasst euch überraschen.

Liebe Grüsse vom Schlitzohr der Knight Lake Ranch

 

 

5. Bericht von der Knight Lake Ranch, 15.07.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier wieder stories von Andi Felzmann aus, vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch:

 

Hello und hallo (Sonntagabend 12.7.2015)

Gelungener Start in die Saison - Neuer Rekord - Bohrungen nach Erdöl

Es ist später Sonntagnachmittag, ich sitze im Haupthaus an einem der langen Holztische. Am anderen Ende wird in einer Viererrunde das Taktikspiel "Brändi Dog" gespielt. Severin bereitet in der Küche das Abendessen vor. Ich blicke aus dem Fenster über die Wiesen, den See und in den weiten Himmel und kann es kaum glauben, wie schnell die Zeit verfliegt.

Bereits vor knapp vier Wochen ist das Team mit Monica und Andy Diethelm, mit Amanda, Angela und Severin auf der Knight Lake Ranch eingetroffen. Schon liegen vier Wochen mit vielen Erlebnissen, einigen Arbeiten und besonderen Situationen hinter uns. Einige Male schon wollte ich einen Bericht über die Anfangstage des Teams auf der Ranch schreiben, habe dies jedoch immer wieder verschoben, weil ich anderes voranstellte, und nun bin ich endgültig zwei Wochen im Rückstand mit meinem nächsten Bericht.

Und wenn Monica am Samstagabend nicht ein ernstes Wörtchen mit mir zum Thema "Bericht-schreiben" gesprochen hätte, wer weiss, vielleicht müssten die Knight-Lake-Ranch-Freunde in der Schweiz noch länger auf News aus West-Kanada warten.

Um mir den Ausweg aus dieser schier ausweglosen Situation etwas leichter zu machen, habe ich beschlossen, nicht über alle Erlebnisse zu berichten, sondern nur ein paar Rosinen herauszupicken, dafür etwas mehr Fotos in die Schweiz zu schicken, jede Foto erzählt ja auch eine Geschichte.

das Wichtigste vorweg:

Es geht allen gut, alle sind wohlauf, natürlich wird ab und zu ein Heftpflaster gebraucht oder es wird am Morgen eine leichte Erkältung bemerkt, aber die gesunde Höhe, die frische Luft, der tägliche lange Sonnenschein (ich muss definitiv keine Vitamin-D3-"Sonnen-Tröpfchen" mehr einnehmen ...), das Baden, Schwimmen und Aquafit im herrlich warmem Wasser der beiden Seen UND natürlich das wunderbare Essen mit dem klaren Wasser (und anderen Getränken ...), welches wir jeden Tag aufgetischt erhalten, hilft entscheidend über die kleinen Leiden hinweg und lässt uns sofort purlimunter, gesund und topfit aufblühen.

Auch wurden bereits die ersten Gäste empfangen und bewirtet. Es überraschten uns auch unerwartete Gäste, wobei "unerwartet" für einmal nicht als negative Wertung zu verstehen ist, sondern vielmehr als "ohne-vorangehende-Anmeldung". Wir erwarten jetzt, wo in der Schweiz die Sommerferien begonnen haben, weitere Gäste, unter ihnen auch die kleinen und witzigen Gäste, die geschätzten Kinder.

Wir haben vernommen, dass Europa und auch die Schweiz unter einer Hitzewelle leidet. Auch bei uns im Cariboo blieb der Regen und damit die Abkühlung während fast zweier Wochen aus. An einigen Tagen verzeichneten wir Rekordtemperaturen von bis zu 34°C. Abends um 23 00 h war es immer noch 28°C warm. Oft kühlte es in der Nacht nicht unter 20°C ab. Der Spitzenwert des Wassers war an einem Tag 26°C, was natürlich zu häufigem Baden und Schwimmen im See einlud. Aber selbst den Sonnenhungrigen und T-Shirts-Shorts-BadelatschenOhneSocken-Fans im Team wurden die drückende Hitze und die brennende Sonne zu viel. So hielt auf der Knight Lake Ranch die Siesta Einzug und es wehte ein Hauch von Italien, Spanien oder Mexico durch die Ranch. Alle sind glücklich hier, dass es heute Sonntag endlich wieder mehrmals für eine halbe Stunde regnete, die Natur und die trockenen Böden sind um jedes Nass froh. Auch besteht bereits jetzt und somit ungewöhnlich früh ein Verbot für Campfires im Freien.

Ein Highlight aus der Tierwelt beschied uns der mehrmalige, stundenlange und völlig entspannte Besuch einer Elchkuh mit ihrem diesjährigen Jungen. Einmal trottete die Mutter mit ihrem Sprössling am See unten an den Cabins vorbei, zweimal grasten die beiden in der Sumpfwiese. Da konnten die Bären, welche wir während Fahrten und in der Nähe der Ranch sahen, nicht mit der spektakulären Elch-Familie mithalten, welche uns alle völlig in ihrem Bann zog. Leider bleiben die geliebten Streifenhörnchen fast völlig weg, auch die Füchse und Kraniche wurden noch nicht gesichtet, dafür wieder einmal ein Gopher (Erdhörnchen), der vergeblich versuchte, an den Salat in unseren Gartenhochbeeten zu gelangen. Die beiden jungen Frauen des Teams entdeckten einmal während des Jätens ein dünnes, schwarzes, beinloses und etwa 30cm langes Tier im Gras, sie erschraken darüber ziemlich und diese Begegnung war noch während Tagen ein Thema für sie, wobei wir Männer sicher sind, dass das harmlose Tier einen viel grösseren Schrecken als die beiden Frauen erlitt, sicher der Grund dafür, dass es seither nie mehr gesichtet wurde. Als die jüngeren Team-Mitglieder und der unerwartete Gast sich am See aufhielten und mit den Booten hinausfuhren, sahen sie einen Biber im Wasser, der für ihn typisch und mehrmals mit dem Schwanz aufs Wasser schlug und dann abtauchte.

Unter den besonderen Events darf ich eine Velotour von Angela und Amanda im strömenden Regen und auf verschlammten Schotterpisten nach Bridge Lake und zurück erwähnen, mehrere Saunagänge von Severin und Florin an den beiden heissesten Tagen, den Besuch der Canada-Day-Feier am 1. Juli in Interlakes, sowie den Besuch des Rodeo's in Bridge Lake, den Stapellauf des neuen Flosses, Volleyballturniere und ein American Football oder Rugby-Spiel der jüngeren Team-Mitglieder (jene, die noch sprinten können und kämpfen wollen). Und einer, der bald auf dem höchsten Berg Afrikas stehen will, stellte für sein Fitnesstraining mit 9:33 min einen neuen Rekord für die Umrundung des Dogskin Lake's auf dem Andy-Diethelm-Weg auf.

Neben den täglichen oder wöchentlichen Arbeiten wie kochen, reinigen, Wäsche waschen, Geschirr abtrocknen, jäten, Rasen und Wiesen mähen, bügeln und vielem mehr wurden auch Bäume zersägt, Holz gespalten, das Hawkweed bekämpft, das alte Floss demontiert, neue Bilderrahmen gebastelt und geschreinert, Hotel Eichhörnchen im Dach des Willmore-Cabin's aufgehoben, und ein anderer grub ein grosses Loch in den englischen Rasen unterhalb des Haupthauses, es wird gemunkelt, er wolle dort nach Erdöl bohren.

Davon und von anderem mehr folgt im nächsten Bericht, der garantiert bald oder schneller als dieser Bericht folgt, da er von Monica geschrieben werden wird.

best wishes and with kindly regards

Andi Felzmann

und das Team Knight Lake Ranch Sommer 2015

 

 

4. Bericht von der Knight Lake Ranch, 24.06.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier wieder stories von Andi Felzmann aus, vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch:

Hello und Hallo (Mittwochabend 24.6.2015)

Dieser Bericht kommt einige Tage zu sp

ät in der Schweiz an. Denn vor einer Woche ist das Team mit Monica und Andy Diethelm und Angela und Amanda auf der Knight Lake Ranch angekommen. Heute ist auch Severin auf der Ranch eingetroffen. Mit Freddy und Angela, Stefanie und Stefan und mit Dani sind bereits die ersten Gäste da.

Es geht allen gut, es sind alle wohlauf, wir haben bereits viele Arbeiten ausgeführt, das Wetter ist wieder schön und warm, bereits haben einige ein Bad im See genossen, Wanderungen und Velotouren unternommen.

Ein genauerer Bericht zu den ersten Tagen des Teams und der ersten Gäste wird bald folgen.

FAQ (Frequently Asked Questions)

In den letzten Wochen erreichten mich aus der ganzen Welt immer wieder die selben Fragen, deshalb beantworte ich nachfolgend die FAQ für den allgemeinen Informationsstand der Schweiz, für die schweizerische Depeschen Agentur, für die Führung der Schweizer Armee, für den Bundesrat, für den Tagesanzeiger und für den BLICK, und für euch liebe Freunde.

1.

Was kochst du?

(Diese Frage wurde 81mal gestellt.)

Wir stellen die Frage, da wir wissen, dass du nicht kochen kannst.

Antwort:

Die Frage wird zu Recht gestellt. Zum Glück kenne ich die lieben Freunde Marianne und Martin Lendi, welche sich meiner erbarmten und mich mindestens 29mal zum feinen, wunderbaren und gesunden Nachtessen einluden. An vier Abenden bekochte mich Freddy Metzger, jedes Mal auch mit einem feinen und reichhaltigen Mahl. Zweimal nahm ich einen riesigen Anlauf und kochte selber, am ersten Abend gab's ein Spiegelei auf einem Stück Brot mit einem Joghurt zum Dessert. Am zweiten Abend zauberte ich die weltberühmten Spaghetti an einer feinen fertig-Tomatensauce (aus dem Glas) verfeinert mit Tomatenwürfeln (aus der Dose) auf den Teller, abgeschmeckt mit Pfeffer, Salz und Salatgewürz, einfach himmlisch und unübertreffbar.

2.

An den meisten Tagen lebst du ja alleine auf der Ranch, ist dir nicht langweilig, fühlst du dich nicht einsam?

(2mal)

Antwort:

Die Frage wird zu Unrecht gestellt. Tagsüber habe ich ein reichhaltig befrachtetes Arbeitsprogramm, so dass mir nie langweilig wird. Zudem bietet die Natur rund um die Knight Lake Ranch so viele Beobachtungsmöglichkeiten, dass ich auch das Fernsehen nicht vermisse.

Und abends schauen Bob, Eric, Ray, Roger, Janis, Tracy, Tina, Lenny, Neil, Peter, John and Paul and George and Ringo, Mick, Joe, Lucio, Joan, Jimmy, Aretha und Bryan ... vorbei und singen ein Lied, was zur Unterhaltung völlig reicht.

Well, manchmal beginne ich mit mir selber zu reden, allerdings habe ich damit aufgehört, mir selber Fragen zu stellen, da ich nie eine Antwort erhielt.

So freue ich mich und ist es gut, dass bald das Team mit den aufgestellten und lieben Menschen auf der Ranch eintrifft.

3.

Am ersten Tag hast du auf der Heu Wiese einen toten Hirsch gefunden, frisch gerissen. Weisst du nun, wer den Hirsch getötet hat?

(13'745mal)

Antwort:

Unser Nachbar Mike hat den Kadaver mit seinem ATV weggezogen und in der Nähe der neuen Stelle eine Wildkamera installiert. Schon am selben Nachmittag ist ein grosser Schwarzbär erschienen und hat vom toten Hirsch gefressen.

4.

Bist du nun endlich auf dem Andy-Diethelm-Weg einmal um den Dogskin Lake gewandert ?

(1mal) 

Antwort:

Nein.

Zusatzfrage:

Stimmt es, dass du Angst hast, alleine auf dem Weg zu wandern?

(Freddy M.)

Antwort:

Ja, aber bitte nicht weitersagen.

5.

Stimmt es, dass du bei ersten Gebrauch des SUP (stand-up-paddle) das Paddel verkehrt herum gehalten hast ?

(7mal) 

Antwort:

Ja, aber die Gebrauchsanleitung war nicht für Primarlehrer aus der Schweiz geschrieben, und Dani Sutter war an jenem Tag noch nicht auf der Ranch.

6.

Warst du bereits in Kamloops einkaufen, hast du ein weiteres Hemd im Einkaufsladen "the Bay" gejagt, wieviel Geld hast du im "Future Shop" ausgegeben ?

(19mal)

Antwort:

Ja, ich war in Kamloops, übrigens hat es an jenem Tag den ganzen Tag lang geregnet, habe ein schwarzes Hemd gekauft, der "Future Shop" heisst nun "Best-buy".

7.

Schaust du am Abend vor dem Schlafengehen in "deinem" Cabin Stikine unters Bett?

(5mal)

Antwort:

Ja natürlich, ich schau' auch unter's Sofa, in alle Schränke und in die Dusche. 

8.

Funktioniert der Rapid-Mäher noch?

(4mal)

Wir stellen die Frage, da wir wissen, dass du technisch unbegabt bist und den Rapid-Mäher bereits einmal demoliert hast.

Antwort:

Die Frage wird zu Recht gestellt. Der Mäher funktioniert noch einwandfrei, denn vor und nach jedem Mähgang und bei jedem Anhalten kontrolliere ich alle Schrauben und Muttern, zerlege ich den Rapid völlig in all seine Einzelteile und setze ihn nach Anleitung wieder zusammen.

9.

Welche neuen Aktivitäten bietet die Knight Lake Ranch dieses Jahr den Gästen an?

(478mal)

Antwort:

- Kochkurs mit Andi#3

- Hawkweed finden und ausstechen

- Segelregatta

- SUP

10.

Darf im Freien noch gefeuert werden oder besteht bereits das Feuerverbot wegen Waldbrandgefahr?

(9mal)

Antwort:

Ja, es darf momentan noch im Freien gefeuert werden, da es in den letzten Tagen immer wieder geregnet hat. Vor einer Woche sogar während eines Tages und während einer Nacht.

Dennoch sind die Böden immer noch sehr trocken und im Süden von BC wurden bereits erste Waldbrände gesichtet.

11.

Nun zur Frage aller Fragen (5'931mal gestellt):

Hast du in Canada endlich eine Frau fürs Leben gefunden?

Antwort:

Nein, aber Freddy Metzger hat mir von einem genialen App "Tinder" erzählt, eine Plattform für Kontakte, bei welchem man(n) die Suche nach Gebiet und Umkreis und Vorlieben eingrenzen kann.

Ich muss nochmals mit Freddy Metzger eine Zigarre rauchen und alles bereden, bevor er abreist.

 

So, ich denke, jetzt gibt's keine Fragen mehr, alles ist beantwortet, alles ist klar und geregelt.

 

With regards

Andi Felzmann

Knight Lake Ranch

 

 

3. Bericht von der Knight Lake Ranch, 10.06.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier wieder stories von Andi Felzmann aus, vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch:

Wenn Männer planen - Schnee im Juni - Pick-up in Brand gesetzt - organic dope und andere fakes

Am Montagnachmittag, 25.5. kam Freddy Metzger (Aktionär und VR-Mitglied und Toggenburger) mit dem Greyhound Bus pünktlich nach 15:00 h in 100 Mile House an. Ich holte ihn an der Station ab und danach wechselten wir in den nahen "Tim Hortons", um die aktuelle Lage, die nächsten Tage und die Einkaufsliste zu besprechen. Während gut einer Stunde besprachen wir uns eingehend, schmiedeten Pläne und schrieben eine lange Einkaufsliste auf. Aber wie es oft kommt, wenn Männer planen, waren alle Pläne, Besprechungen und auch die Einkaufsliste kurz darauf bereits wieder vergessen und Makulatur, denn als wir im Einkaufsladen standen, gingen wir zwischen den vielen Regalen beinahe verloren. Während gut 90 Minuten füllte Freddy einen grossen Einkaufswagen ("das muess ich no ha ... und das ... und das"), es war bereits 18:30 h, als wir zur stündigen Fahrt nach Bridge Lake starteten, um dort im Store noch etwas Bier und Wein einzukaufen. Um 20:00 h trafen wir auf der Knight Lake Ranch ein. Zuerst wurde die schöne Abend Stimmung genossen, dann Matratzen und Bettwäsche im Haupthaus geholt, es folgten ein Apéro und eine weitere Besprechung auf der Terrasse vor dem Jasper-Cabin. Nach 21:00 h begann Freddy zu kochen, ich rüstete den Salat, um 23:15 stiessen wir mit einem Glas Rotwein auf das von Freddy wunderbar zubereitete Mahl und auf sein Eintreffen auf der Ranch an. Um 01:00 h des nächsten Tages (es war aber noch tiefe Nacht) begann Freddy seine Sachen einzuräumen und ich startete den Abwasch, um 02:00 h kroch ich satt, zufrieden und hundemüde ins Bett.

Am folgenden Tag, Dienstag 26.6. startete Freddy nach an einem arbeitsreichen Tag auf der Ranch das Apéro- und Koch-Zeremoniell eine schöne Stunde früher, was bedeutete, dass wir bereits um 22:00 h zu Nacht assen (ein erneut feines Essen von Freddy zubereitet) und schon kurz nach Mitternacht einschlafen durften.

Soweit zum Thema, wenn Männer planen ..., aber wir hatten Spass und tafelten hervorragend.

Am Mittwochabend brachte Freddy mich zu den Lendi's, wo ich während der nächsten 10 Tage wohnen und auch hervorragend essen durfte. Marianne und Martin Lendi luden Freddy spontan zum Nachtessen ein, so kam Freddy (und ich) am dritten Abend zu einem für seine Verhältnisse frühen Abendessen.

Da ich bei den Lendi's wohnen durfte, konnte Freddy die Ranch während einiger Tage alleine geniessen, was er auch tat, ausser zwei regnerischen Tage durfte er auch vom warmen und schönen Wetter profitieren. Am Montag, 1.6. machten Freddy und ich einen Ausflug nach 100 Mile House, wo wir u.a. den Service am Pick-up von Walter Baumann machen liessen. Am Donnerstag, 4.6. kehrte ich auf die Ranch zurück und liess mich nochmals von Freddy bekochen. Am Freitag, dem letzten Tag von Freddy auf der Ranch, führten wir weitere Arbeiten aus, Freddy schnitt mit dem Rapid-Mäher mehrere Waldränder von den Pappeln frei. Am Abend war ich bei dem deutschen Ehepaar eingeladen, welches die Webcam (und die Wetter Daten) über dem Bridge Lake betreibt und betreut, so konnte Freddy seinen letzten Abend auf der Ranch nochmals alleine geniessen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag hiess es um 2:20 h Tagwache (oder Nachtwache), um 2:35 h fuhr ich Freddy von der Ranch nach 100 Mile House, wo er um 3:45 h den Nachtbus nach Vancouver bestieg. Bei der Verabschiedung meinte ich zu Freddy, er soll sich mal melden, ob er gut in Vancouver angekommen sei. Bis heute habe ich kein Lebenszeichen von ihm erhalten, aber keine Nachricht bedeutet ja oft eine gute Nachricht. Männer funktionieren eben so und anders.

Während der gemeinsamen vier Tagen auf der Ranch führten Freddy und ich einige Arbeiten aus. Freddy hat alleine den ganzen oberen Teil gemäht. Immer wieder sassen wir zwischendurch ab, einfach wo wir gerade waren, ruhten uns aus, genossen die Natur Stimmungen und sprachen über dies und jenes. Freddy und ich kamen überein, dass wir Niemandem etwas über den Inhalt unserer Gespräche verraten oder eher kleine Unwahrheiten verbreiten, fakes eben, s'braucht niemand zu wissen, worüber wir uns unterhielten.

So sprachen wir nur über Autos und ganz selten über Frauen, unsere beiden Putz- und Bügel Frauen und -hilfen zu Hause in der Schweiz waren einmal das Thema. Wir wuschen Wäsche, starteten erfolgreich eine erste Ausfahrt auf dem SUP (Stand Up Paddle) von Daniel Sutter. Gut, es dauerte über eine halbe Stunde, bis wir zwei technischen Banausen herausgefunden hatten, wie das Board aufzublasen war (Daniel meinte am Telefon, dass dies GANZ EINFACH sei, aber eben), den Druck zu messen haben wir definitiv nicht geschafft, aber das Board ist noch ganz und intakt. Wir schwammen im See, fuhren Kanu, Ruderboot und Kajak, wir besuchten zweimal unsere Nachbarn die Shmyr's und am Donnerstagabend setzte Freddy den Pick-up in Brand, um auf der Kühlerhaube zwei Steaks zu braten.

Wie gesagt, wir hatten Spass, nahmen's locker und assen hervorragend.

Tiere

Die beiden Gänsepaare führen jeden Morgen ihre drei und vier Jungen auf die Wiese vor den Cabins zum Futtern aus. Während in den ersten Tagen meines Aufenthaltes die Eltern noch ein lautes Geschnatter ertönen liessen, nehmen sie jetzt kaum noch Notiz von mir, sind ganz ruhig und lassen sich nicht einmal durch Musik oder durch das laute Geknatter des Rapid-Mähers stören. Bei der Gruppe mit den drei Jungtieren fehlt seit über zehn Tagen eines der Elterntiere.

Vor zwei Wochen entdeckten Freddy und ich auf dem Knight Lake einen Loon mit einem kleinen Jungen hinter sich. Jetzt sehe ich drei etwa gleich grosse Loons auf dem See und frage mich, ob das Kleine tatsächlich in den wenigen Tagen bereits zu einem grossen Eistaucher heranwachsen konnte. Immerhin ertönt immer wieder das schallende "Gelächter" der Loons, nach Angaben von Kanadiern ein laut, den die Elterntiere von sich geben, wenn sie ein Jungtier beschützen. Ich frage mich auch, ob die Loons während eines Sommers zweimal brüten.

Als ich gestern vor der Terrasse des Haupthauses den Rasen mähte, hüpfte plötzlich eine kleine Kröte aus dem Gras. Ich hob sie auf und legte sie zur Sicherheit unter den Fliederbusch, ich küsste sie nicht, es war ja eine Kröte und kein Frosch und ich bin keine Prinzessin.

Wenn ich den Steg beim See betrete, hüpfen regelmässig kleine Frösche ins Wasser.

Im Garten der Lendi's entdeckte ich an einem warmen Nachmittag die einzige ansässige Schlange, eine ungiftige Garter-Natter.

Heute Morgen äugte eine Hirschkuh durchs Küchenfenster. In aller Ruhe äste sie weiter, obwohl ich auf die Terrasse trat. Schon mehrmals habe ich in der Nähe der Ranch eine Hirschkuh mit einem diesjährigen, winzigkleinen Jungtier gesehen.

Dass die Mücken und auch die "no-see ums" immer weniger werden, ist mir recht.

Als ich vor ein paar Tagen um 17:00 h zum Bridge Lake Store zum Einkaufen fuhr, stand in der letzten Kurve vor dem Dorfeingang ein Schwarzbär am Strassenrand. In aller Ruhe kehrte er Steine und knabberte an Büschen Er liess sich von mir überhaupt nicht stören, die Foto fiel leider dürftig aus, da ich mich nicht aus dem Auto traute, auch wenn der Bär nicht der grösste war.

Seit drei Tagen sind zwei schöne Pferde Sommergäste auf der Ranch, die Stute "Lubra" und Wallach "Beauy", der nach Angaben seines Besitzers Andreas Inauen "Frauen liebt". Nun, bis das Team mit den drei Frauen auf der Ranch ankommt, muss der Frauen Liebhaber halt mit mir vorlieb nehmen. Er lässt sich auf alle Fälle gerne von mir kraulen.

Wetter und Natur

Die letzten Tage genossen wir fast hochsommerliches, heisses und sonniges Wetter. Sogar die Gewitter blieben aus, welche im Mai und zu Beginn des Junis regelmässig am Nachmittag die Ranch besuchten. Das vorherrschende Wetter ist aussergewöhnlich, gilt der Juni hier doch als der nässeste und als eher kühler Monat. Obwohl es vor einer Woche während zweier Tage und einer Nacht einen Landregen gab, der Einiges an Nässe brachte, sind die Böden um die Ranch bereits wieder sehr trocken. Das Wasser des Knight Lake zeigt bis in eine Tiefe von einem Meter angenehme 22°C, so dass es sich herrlich Schwimmen und Aquavit machen lässt.

Im Wald sind die Frauenschuhe bereits wieder am verblühen, dagegen blühen auf den Wiesen die Lupinen und auch die Fliederbüsche vor dem Ranch Haus blühen und duften prächtig. Der Duft ist so intensiv und betörend, dass mir nach ein paar Minuten neben dem Flieder ganz schwindlig wird. Ich brauch' kein dope mehr in der Stadt zu besorgen, fünf Minuten neben dem Flieder und ich sinke beduselt in die Knie.

An einem Morgen entdeckte ich Schnee auf der Wiese zum See, die Foto zeigt das Weiss ganz genau, ungewöhnlich ist aber, dass die weissen Schneeflocken wie an Fallschirmen befestigt durch die Luft tanzen und wirbeln ... und den Luftfilter des Rapid-Mähers verstopfen.

Trotz "erstem Schnee" strecken die Seerosen ihre gelben Köpfe aus dem Wasser, bis zu meinem nächsten Bericht werden sich die Köpfe zu prächtigen Blüten geöffnet haben.

 

Nicht ganz alles ist wahr, aber Einiges stimmt schon, und wenn ihr's nicht glaubt, fragt Freddy Metzger, wenn ihr ihn trefft ... und richtet ihm schöne Grüsse von mir aus und die Nachricht, dass er seine i-Phone-Ohrenstöpsel auf der Ranch hat liegenlassen. Ich behalte sie aber für seinen nächsten Besuch auf.

With regards, Andi Felzmann, Knight Lake Ranch

 

 

2. Bericht von der Knight Lake Ranch, 24.05.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Hier ein paar short stories von Andi Felzmann aus, vom und über das Leben auf der Knight Lake Ranch.

Tiere

Am Freitagmorgen sah ich südlich vom Marmot Cabin ein Kranich Paar, angespannt beobachtet von zwei Gänsen, die in der Nähe grasten.

Während dem Abendessen schwamm eine Gänse Mutter mit ihren sechs Jungen vor dem Cabin dem Ufer entlang. Nach dem Steg stiegen sie und die Jungen aus dem Wasser und näherten sich einem weiteren Gänse Paar. Noch nie sah ich in den früheren Jahren Gänse auf dem Knight Lake Junge grossziehen.

Noch nicht gesehen habe ich die Füchse, die Wölfe, die Kojoten, Elche und die Bisamratte, die sonst pünktlich jeden Abend vor den Cabins im Ssee vorbeischwamm.

Die Kolibris machen regen Gebrauch von den aufgehängten Futterstationen mit Zuckersaft. Bereits habe ich mehrere Liter Zuckersaft aufgekocht. Dass sich jeweils zwei Kolibris über die genau gleiche und eine Futterstelle von mittlerweile vieren streiten und sich verjagen, erstaunt mich. Anscheinend unterscheiden sich die Kolibris darin nur wenig von uns Menschen.

Ein paar wenige Schmetterlinge gaukeln über die gelben Wiesen und erste Libellen patroullieren dem Ufer entlang. Dennoch nimmt die Anzahl der Mücken jeden Tag zu.

Vanessa

Gestern habe ich Vanessa aufgehoben, gedreht und an ihren angestammten Platz gezogen.

Nun ist "sie" wieder bereit, Gäste aufzunehmen und mit ihnen ein paar Runden zu drehen.

"Vanessa" ist unser bewährtes Ruderboot.

So schaukelt Vanessa nun wieder angebunden am Dock.

Mähen

Die Natur ist drei Wochen im Vorsprung gegenüber dem letzten Jahr. Die Wiesen und der Rasen schon so hoch gewachsen, dass ich mich entschied, heute Freitag einen ersten Schnitt zu tun, wenigstens die zwei kleinen Stücke vor dem Haupthaus und bei der Feuerstelle.

Erfolgreich konnte ich den Rapid Motormäher starten und mit ihm vor der Terrasse mähen. Das Abstellen des Motors kostete mich geschlagene fünf Minuten, konnte ich doch so lange den winzigkleinen, schwarzen Mikroknopf "Stop" an der Seite des Motors nicht finden.

Den Bereich um die Feuerstelle mähte ich mit dem Rasenmäher.

Für die Nachbarin Myrna Shmyr, welche vor dem Mähen mit Ehemann Mike vorbeifuhren und für einen Schwatz anhielten, liess ich die gelbe Wiese vor dem Team-Cabin noch für eine Weile stehen. Myrna liebt den gelben Teppich; um ihr Waldhaus wachsen keine Löwenzahn.

Erstes Bad

Da es heute drückend warm, fast sommerlich heiss war und ich beim Mähen ziemlich schwitzte, beschloss ich, ein erstes Bad im Knight Lake zu nehmen.

Obwohl die beiden Thermometer eine Wassertemperatur von 17 oder 18°C anzeigten, schwaderte ich für etwa 30 s dem Ufer entlang.

Es brauchte etwas Überwindung, ins Wasser zu steigen (nein, ich machte keinen Hechtsprung), aber ich erinnerte mich an eine Szene im Film des letzten Ranch-Sommers, als Jolanda ins 18° kalte Wasser tauchen und den Thermometer vom Grund holen musste. Man will ja irgendwie mit den starken Frauen mithalten können ... !

Ich badete übrigens nicht ganz nackt! Immerhin bedeckte ein Sonnenhut meine Glatze und eine Sonnenbrille trug ich auch noch.

(dazu liegt kein bild vor.)

who killed the deer?

Leider kann ich noch keinen Bericht über den möglichen Killer des Hirsches vom Ankunftstag geben. Ich fragte Mike Shmyr danach, Mike hatte ja eine Wildkamera in der Nähe des Kadavers installiert. Mike meinte, oh ja, sie hätten viele gute Bilder gesehen, aber die Auflösung des Rätsels erhielte ich erst, wenn ich bei ihnen zu einem Kaffee komme.

ich denke, sobald Freddy Metzger auf der Ranch ist, werde ich mit ihm bei den Shmyr's einen Besuch machen und dann im nächsten Bericht die Auflösung liefern.

Als ich Myrna zum Spass fragte, ob ich auch morgens um fünf Uhr zum Kaffee kommen könne, meinte sie mit einem heiseren lachen: "then i will ... you!"

Ich liebe und schätze unsere Nachbarn, die shmyr's.

Heute Freitagabend sehe ich zum ersten Mal seit meiner Ankunft Rauch aus dem Kamin unserer Nachbarn über dem See, Pat und Dave Burns, aufsteigen. Pat und Dave sind auch ganz liebe Nachbarn, die wie die Shmyr's viel über die Gegend und über die Natur zu erzählen wissen.

Blühen

Obwohl ich den gelben Teppich, den die unzähligen Löwenzahnblüten bilden, bereits erwähnte, muss ich auf diese intensive, gelbe Pracht nochmals hinweisen. Sie wird nicht mehr lange so bleiben, schon fliegen erste weisse Fallschirmchen durch die Luft.

Den gelben Blüten folgt der Apfelbaum vor dem Haupthaus, seine ersten Blüten sind bereits geöffnet. In ein paar wenigen Tagen folgen die fein duftenden Blüten des Flieders.

Sturmschäden

Nach Erzählungen von Klaus Vogel ist vor Wochen ein starker Sturmwind über die Cariboo-Gegend gefegt. An vielen Stellen liegen geknickte und entwurzelte Bäume, meistens sind es Pappeln, selten Tannen.

Auch der Baumbestand der Knight Lake Ranch wurde dezimiert. So fiel im Bereich der Scheune und des Gäste-Picknick-Tisches eine Pappel und riss im Fallen eine Tanne mit sich. Es entstanden keine weiteren Schäden, weder am Tisch noch an Gebäuden. Die Tanne fiel jedoch just in meinen Privatgarten (wo ich kleine Tannen hochziehe) und zerstörte das pinkfarbene Markierungsband, traf aber keine jungen verwandten.

Bei der Gruppe Tannen links der Cabins fehlt auch eine eher kleinere Tanne, auch sie hat im Fallen keinen weiteren Schaden angerichtet.

ich habe vor, diesen Frühling bei Martin Lendi oder bei Mike Shmyr einen Kurs im Gebrauch der Kettensäge zu machen, was ich schon lange lernen wollte. Falls ich den Kurs bestehe, wartet auf mich und weitere Holzarbeiter genügend Arbeit (jaja, ich werde schon aufpassen) und Brennholz hat die Ranch für die nächsten Jahre mehr als genug.

Zusatz zu "erstem Bad"

Da es heute Samstag bereits um 11:00 h bereits 24°C warm war, beschloss ich, nach dem Mähen mit dem Trimmer ein erneutes Bad im Knight Lake vor dem Nachmittags-Gewitter zu nehmen, zeigte der Thermometer angenehme 19°C an der Wasseroberfläche an.

Heute liegen vom 5-Minuten-Bad erste Bilder vor.

last story

Dass ich es noch nicht geschafft habe, auch nach 10 Tagen Aufenthalt auf der Ranch den Andy-Diethelm-Weg rund um den Dogskin Lake abzulaufen, ist eine andere Geschichte...

ich halte euch auf dem Laufenden.

With regards

Andi Felzmann

 

 

1. Bericht von der Knight Lake Ranch, 19.05.2015

Liebe Knight Lake Ranch Freunde

Voilà für dieses Jahr der erste Bericht von der Knight Lake Ranch von Andi Felzmann

Unter Geiern

Hello und Hallo

Die letzten zwei Wochen vor meiner Abreise waren etwas stressig mit Haus räumen, Haus an die neuen Besitzer übergeben, sich abmelden und Adressänderungen machen etc.
Am Samstag, 9. Mai folgten noch die GV der Knight Lake Ranch und das grosse Jubiläumsfest (auf der Chrüzegg) von Andy Diethelm, Silvio Storchenegger, Canada Trail und Reisebüro Lichtensteig und von der Knight Lake Ranch, welche ihr 10-jähriges Bestehen feiern durfte. Allen, welche zu diesem grossen Fest mitgewirkt hatten, schicke ich aus Canada einen grossen Dank und einen herzlichen Applaus.

Eine knapp achtstündige und angenehme Busfahrt mit dem Greyhound über Hope und durch den Fraser-Canyon brachte mich vor knapp einer Woche nach 100 Mile House, wo mich Martin Lendi mit seiner Enkelin Kyra abholte. ich kaufte noch das Nötigste an Lebensmitteln ein, sowie eine Telefonkarte, dann ging die reise nach Osten weiter an den Lesser Fishlake bei Bridge Lake, wo Marianne Lendi mit ihren beiden Töchtern Martina und Denise und dem Enkel Noah mit einem feinen Nachtessen auf uns warteten.

Am Donnerstagmorgen fuhren Martin und ich zur Knight Lake Ranch, wo auf den ersten Blick alles bestens, frisch, sauber, ganz und intakt aussah.

Bald aber sah ich in der ersten Heuwiese einen braunen Haufen liegen, etwa 70 m vom Marmot Cabin entfernt. Kurz darauf kamen unsere lieben Nachbarn Mike und Myrna Shmyr von ihrem Anwesen gefahren. Ich sah, wie mike oberhalb des Haufens anhielt und zu ihm ging. Kurz darauf hielten die Shmyr's bei mir vor der Ranch an und informierten mich.

In der Nacht muss dort ein Tier (entweder ein Bär oder ein Puma) einen Hirsch erlegt und noch ein paar Meter in die Wiese gezerrt haben. Der tote Hirsch war bereits angefressen und roch ziemlich stark. Bereits machten sich ein paar Krähen und drei Turkey Vultures (Truthahn-Geier) über den Kadaver her. Die Geier mit ihren roten Köpfen zogen immer wieder ihre grossen Kreise über dem toten Tier. Das ganze war unerwartet, neu und sonderbar für mich.

Um 14 00 h sah ich, wie der uns bekannte kleine Cinnamon-Bär hinter dem Marmot Cabin aus dem Wald trottete. Er lief schnurstracks zum Kadaver, verscheuchte dort ein paar Krähen und Geier, schnupperte etwa eine halbe Minute am toten Tier und galoppierte dann plötzlich ins Gebüsch.

Mike kam am späteren Nachmittag mit seinem ATV gefahren und meinte, er werde den Kadaver von der Heuwiese an einen weiter entfernten Ort ziehen und dort in der Nähe seine Wild-Kamera installieren, dann werden wir die Auflösung haben, wer den Hirsch erlegte. Bis heute habe ich keine Nachricht von Mike, ob er etwas mit seiner Kamera entdeckt hat.

Die Natur rund um die Knight Lake Ranch ist stark am Blühen und Aufleben. Viele Vögel kann man sehen und hören. Die Schwalben nisten bereits, die Krähen ärgern mich wie jeden Frühling, die Kolibris schwirren herum. Ich sehe Spechte und viele andere Vögel, ein Gänsepaar sucht auf den Wiesen nach Nahrung. Mindestens einen Loon habe ich auf dem Knight Lake entdeckt. Mehrere Entenpaare schwimmen dem Ufer entlang und ich meine, die Kraniche gehört zu haben.

Natürlich ertönt am Abend das Konzert der Frösche und Kröten, die kleinen und grossen Eichhörnchen sammeln Nahrung. Zum Glück hat es nur wenige Mücken. Einige Hirsche habe ich auch schon gesehen.

Nach dem milden Winter mit wenig Schnee fehlt jetzt im Frühling das Wasser im Boden, da es auch nur wenig und selten regnet. die Böden sind zu trocken und bereits jetzt bewässern ein paar Bauern ihre Heuwiesen. Auch der Knight Lake zeigt kein Hochwasser wie im letzten Frühling, als die Hälfte der Sumpfwiese unter Wasser stand. Mit der ungewöhnlichen Wärme ist die Natur etwa drei Wochen im Vorsprung gegenüber früheren Jahren, so dass ich in den nächsten Tagen den Rasenmäher ein erstes mal starten muss.

Mit einem lieben Gruss von der schönen Knight Lake Ranch,

Andi Felzmann

 

 

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